Reue- und Sühneprogramme; oder doch besser Vergebung

#3 der Artikelserie „Frei von ….. ist frei für!“

Reue- und Sühneprogramme sind Folgedynamiken aus den bereits besprochenen Schuldprogrammen. Sind Reue und Sühne das Gleiche? Sie haben zwar Gemeinsamkeiten, aber sie stellen sich für mich unterschiedlich dar.

Reueprogramm – die passive Form

Karl ging eines Tages nach Feierabend mit seinen Freunden noch ein Bierchen trinken. Na ja, es wurden dann doch ein paar mehr. Doch statt sich dann für den Nachhauseweg ein Taxi zu nehmen, stieg er in sein Auto und setzte sich völlig unbekümmert und gedankenlos selbst hinters Steuer. Auf halbem Weg übersah er einen Radfahrer und es kam zu einem Crash, der nicht ohne Folgen blieb. Der Radfahrer, wir nennen ihn Tobias, stützte so unglücklich, dass es seine Wirbelsäule zertrümmerte und von nun an querschnittgelähmt war. Für ihn brach eine Welt zusammen. Denn Sport und Fitness war sein ganzer Lebensinhalt.

Auch für Karl war sein Leben von nun an nicht mehr das, was es bisher war, nämlich spontan, lebensfroh und heiter. Er vergrub sich, ja verfiel regelrecht in Lethargie und konnte an nichts mehr Freude empfinden. Sowohl in seinem Berufsleben als auch privat ging alles nur noch rückwärts. Seine Freundin kam nicht mehr an ihn heran und verließ ihn nach einem Jahr, weil sie ihn nicht wieder erkannte. Karl war derart gelähmt von Reue, dass sein gesamtes Leben erstarrte und nichts lebendiges und freudvolles zuließ.

Sühneprogramme – die aktive Form

Doris litt seit Jahren an chronischer Darmentzündung und heftigen Migräneattacken. Mit den schulmedizinischen Mitteln konnte sie lediglich Unterdrückungen erreichen, aber keinerlei Heilung. Als wir miteinander arbeiteten, kamen wir an einen Punkt, an dem sie nicht mehr weitersprechen konnte. Sie wurde bleich und regelrecht schockig. Für mich ist das immer ein Hinweis, dass wir kurz vorm Durchbruch stehen. Durch die Mauer der Leugnung und des Tabus und des Schmerzes hindurch.

Doris brauchte von mir in diesem Moment meine Gewissheit, dass es gut ist, weiterzumachen und hinzuschauen. Diese konnte ich ihr geben, was keiner Worte bedarf, eher meine Energie und Haltung. Ich bekam innere Bilder von zwei Frauen, die einander gut kannten. Ich sah Szenen mit Hakenkreuzen und Judensternen. Die eine Frau hat die andere verraten, so daß die zweite Frau ins KZ kam und dort auch umkam.

Die erste Frau hat zwar ihr physisches Leben gerettet, doch an ihrer Seele massiven Schaden genommen. Wir testeten dann noch, wer diese Frau denn war. Es war eine Großtante von Doris, die dieses Erleben hatte. Doris hat dieses Schuldgefühl und das davon abgeleitete Sühneprogramm von ihrer Großtante übernommen.

Nach weiterem Testen zeigte sich dann auch, dass Doris in ihrem eigenem karmischen Gepäck eine ähnliche Erfahrung hatte. Diese resonierte mit dem Erleben aus ihrem Familiensystem. Nachdem wir das alles aufgelöst und transformiert hatten, ließen zunächst die Migräneanfälle nach und im weiteren Verlauf linderte sich ebenso ihre Darmentzündung. Bis zur endgültigen Heilung bedarf es dann noch einige weitere Schritte.

Blindheit statt Bewusstheit

Die Reueprogramme stellen demnach die passive Form, die Sühneprogramme die aktive Form der Schuldbewältigung dar. Während die Reue sich in sich zurückzieht und erstarrt, geht die Sühne den Weg der Selbstbestrafung bis hin zur Selbstzerfleischung.

Jedoch findet auf diese Weise nicht wirklich eine Bewältigung statt sondern eine „Ersatzhandlung“ bzw. ein Verharren. . Es herrscht Blindheit statt Bewusstheit. Es wirkt eine Endlosschleife von Destruktivität statt Versöhnung und Wachstum. Auf diese Weise findet nicht wirklich Heilung, Vergebung oder irgendeine Form von Hinwendung statt.

 

Was bringt die Wendung?

Wie können Karl und Doris aussteigen aus diesem Muster? Und wie kann auch  Tobias diesen Bruch überwinden? Durch Vergebung! Durch Vergebung des Anderen und sich selbst. Neben der irdischen Gerichtsbarkeit, die für die 3D-Ebene zuständig ist, müssen/dürfen wir auch auf der seelischen Ebene unsere Schritte tun:

  • Verantwortung übernehmen
  • Den Schmerz fühlen – den des Anderen und auch den Eigenen
  • Das Bedauern fühlen und ausdrücken
  • Den anderen und sich würdigen
  • Für echte Wiedergutmachung sorgen, soweit möglich
  • Den anderen und sich frei geben + die Lektion mitnehmen

Auf Hawai gibt es ein wunderschönes Vergebungsritual: Hoóponopono

Auf der Basis des Wissens, dass wir alle Eins sind und alle miteinander verbunden sind, können wir in aller Achtsamkeit und mit dem konsequenten Einsatz der 4 kraftvollen Ho’oponopono-Sätze die Energien bereinigen und transformieren und Verhaftungen auf Dauer lösen.

Wir tragen die Verantwortung für alle Ereignisse und Störungen in unserem Leben, denn wir haben diese Energien mental und emotional auch erschaffen. So steht es uns jetzt auch frei, sie wieder gehen zu lassen.

Kurzanleitung für das Praktizieren des Ho’oponopono

Man kann je nach Ereignis und Versiertheit die Sätze denken oder laut sprechen, direkt in einer Situation anwenden oder auch nachträglich mit den Vorkommnissen arbeiten. Frieden kann man nur erreichen, indem man sich selber und anderen den Frieden gibt.

Die 4 Sätze

  1. Es tut mir leid! – Damit wird das Vorhandensein, des sich zeigenden Problems, anerkannt und bestätigt.
  2. Ich liebe dich! – Mit der transformierenden Energie der göttlichen, allumfassenden Liebe und Weisheit des Hohen Selbst wird die Situation vorbehaltlos und wertfrei angenommen.
  3. Ich bitte um Vergebung! – Hier wird für die, im Unterbewusstsein noch ungeklärten Energien um Vergebung gebeten, die die belastenden Situationen hervorrufen. Sie werden der höheren Weisheit zur Transformation übergeben.
  4. Danke, Danke, Danke! – Das ist der Dank vom Herzen, dass jetzt die Dinge ihren Lauf nehmen und die beteiligten Energien sich durch die Liebe und Vergebung lösen, reinigen und wandeln.

Die Antwort kommt als Frieden – Universale Liebe, die alles transformiert strömt ein und verstärkt sich immer mehr. Wunder geschehen jetzt!

 

Was verändert sich,

wenn ich die Reue- und Bußeprogramme hinter mir gelassen habe und Vergebung praktiziert habe:

Karl konnte die Freude wieder in sein Leben lassen. Er ist um vieles dankbarer für all die „selbstverständlichen“ Kleinigkeiten. Er kann sein Feierabendbierchen mit seinen Kumpels wieder genießen, doch heute gibt es einen Fahrerplan, der auf Alkohol verzichtet und die Meute heimkutschiert. Zweimal im Monat begleitet er Trainings von Rollifahrern, die sich im Behindertensport austoben und darüber neu ins Leben zurückfinden. War er dann wieder der „Alte“? Nein, er ist nun viel besonnener und reifer. Und um Vieles verlässlicher. Er weiß, was wichtig und wesentlich ist und was nur Geplänkel.

Tobias musste sein Leben völlig neu ausrichten. Er haderte eine Weile. Doch er verstand irgendwann, dass er früher sehr auf seinen Körper, dessen Aussehen und Leistung fixiert war und sich ausschließlich darüber definiert hatte. Heute kann er auch andere Werte sehen und schätzen. Er hat erfahren, wer wahre Freunde sind und wer nur zu den Schönwetterfreunden gehört.

Doris verstand den Wert von echter Loyalität. Sie wuchs in eine ganz neue Ebene von Würde hinein. Ihre leicht verkniffene Opferenergie verschwand und gab Raum für Kreativität, Großzügigkeit und Schönheit. Sie konnte ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen und war bereit für Neues.

 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass es sich lohnt, seine seelischen Prozesse zu machen und hindurch zu gehen. Aktive und bewusste Vergebung ist ein ganz wesentlicher Aspekt davon.

 

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von Herzen, Valonia Judith Braun

 

 

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