Jubiläum – 20 Jahre als Heilpraktikerin

Wo sind nur die Jahre hin, wo sind sie geblieben? So könnte ein Songtext lauten, den ich schreiben könnte…..

Aber mal im Ernst, es ist echt unglaublich, dass es bereits 20 Jahre her ist, dass ich meine Praxis als Heilpraktikerin aufgemacht habe. Damals habe ich noch halbtags in einer Klinik im Labor gearbeitet und histologische Schnitte angefertigt, die dann unter dem Mikroskop ausgewertet wurden. Damals gab es immer diesen Spagat zwischen Klinikalltag vormittag und Heilpraxis nachmittags. Es war anstrengend und zugleich sehr erdend. Ganze 5 Jahre machte täglich diesen Tanz, bis die Entscheidung reifte, meine Zeit und Kraft ganztägig der Praxis zu widmen.

In all den Jahren durfte ich so viel lernen.

Klar, da sind die Fachausbildungen in den verschiedenen Heilmethoden. Jede hat ihre Wirkung und Bandbreite und jede hat meinen Horizont erweitert und gelegentlich mein eigenes Leben umgewälzt. Durch jede einzelne Methode durfte ich alte Wunden heilen und Ressourcen integrieren. Nicht einen Schritt davon bereue ich.

Ich durfte lerne, welche Bedeutung Erkrankungen oder andere Probleme haben. Und dass es das eine ist, ein Symptom wegzumachen. Doch es ist etwas anderes, einen echten Heilungsweg zu gehen. Das das viel mit Einsicht und Hingabe zu tun hat. Und mit jeder Heilung muß ein Stück das Ego weichen (sterben). Und dass das größte Ringen in der Heilung das Ringen der Seele mit dem Ego ist – und dass da ein Heiler irgendwie ziemlich ohnmächtig ist und oftmal nur das Feld der Heilung halten kann.

Daneben gab es noch weiteres zu lernen. Da wäre das Unternehmer sein und dazu gehören auch Buchführung, Steuer und Netzwerken und Marketing wie Positionierung entwickeln, Website basteln, Landingpages etc. Jedes einzelne sind ja schon eigene Berufsbilder. Von all dem hatte ich damals keine Ahnung, dass all das auf ich zukommt. Nach einigem Zögern und auch innerem Widerstand konnte ich mich darauf einlassen – und ich muß sagen, daß genau das mir heute richtig Spaß macht.

Was war meine größte Herrausforderung?

Die größte Herrausforderung war, dass ich mich auf einmal alleine wiederfand. Dachte ich anfangs doch, dass die Familie oder Freunde mich mit Interesse und Wohlwollen bei meinem Vorhaben begleiten und unterstützen würden. Nun, das Gegenteil war der Fall. Je mehr ich lernte und je mehr ich selber meine eigene Persönlichkeit entfaltete und auch spirituell wuchs, desto mehr entfremdete sich der Kreis der „Vertrauten“. Das war am schmerzhaftesten, sich von irgendwelchen Erwartungen zu lösen. Ich durfte verstehen, dass mit dem Vorrankommen und Lösen aus dem Geflecht des Kollektivs auch ein Lösen aus der Sippe verbunden war. Und dass das der natürliche Preis ist. Das es jedem so geht, der sich entwickelt. Er „entwickelt“ sich auch aus den Banden, es lösen sich energetische Bänder und damit die Verbindung.

Würde ich irgend etwas anders machen?

Ich würde alles nochmal machen. Ich wünschte, ich wäre schneller gewesen in meinen Entscheidungen. Ich wünschte ich wäre schneller wütend geworden – denn in der Wut finde ich Kraft nach mir zu schauen. Ich wünschte, ich hätte schneller eine gute Erdung gefunden, denn durch die lange fehlende Erdung hab ich lange Umwege gemacht. Und doch weiß ich, dass es genau so richtig war, gehört doch genau das zu meinem Lebenslernweg dazu.

Heute, nach 20 Jahren Heilpraxis

und persönlicher Entwicklung habe ich nicht mehr viel mit der Person gemein, die damals im Labor gearbeitet hat – ich kenne sie und doch ist sie ganz schön anders 😉

Das war heute ein sehr sehr persönlicher Blogartikel. Ich hoffe, er hat Dir gefallen.

 

Mit herzlichen Grüßen, Valonia Judith Braun

 

 

 

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