Drei Vorteile, die Dir ein Gefühlstagebuch bringen kann

Warum es für dich hilfreich sein kann, ein Gefühlstagebuch zu schreiben

Ein Gefühlstagebuch bringt dir drei Vorteile, die dir helfen, aus deinem emotionalen Hamsterrad auszusteigen:

Zum einen unterstützt es dich dabei, eine Routine zu entwickeln, immer wieder ins Hier und Jetzt zu kommen, inne zu halten und Kontakt mit dir selbst aufzunehmen. Denn all zu leicht lassen wir uns vom Alltag, seiner Schnelllebigkeit und Hektik mitreißen und sind dabei ständig im Außen und bei den Anderen. Der Kontakt zu sich selbst geht dabei ganz leicht verloren.

Zum Zweiten bringt uns das neutrale Notieren der Gefühle neue Informationen und stellt sie in Zusammenhang. Wir können vielleicht Rhythmen erkennen oder bemerken, dass wir aus der Bandbreite der Gefühle ein bestimmtes Gefühl vermehrt fühlen, ein anderes hingegen gar nicht.

Und der dritte Vorteil bietet sich Menschen, die irgendwie gefühlsblind sind. Das bedeutet, dass sie sich ihrer Gefühle nicht bewusst sind, gelernt haben ihre Gefühle nicht wahrzunehmen und sie statt dessen verdrängen. Hier können sie sich im Fühlen üben, ganz auf neutrale Weise und einfach ihre Wahrnehmung notieren. Allein durch die neutrale Beobachtung und Selbstreflektion wird sich etwas verändern oder zeigen.

 

Wie genau schreibe ich ein Gefühlstagebuch?

Mehrmals am Tag, mindestens 5-6 mal, nimmt man sich zurück und notiert seine aktuelle Situation.

Dazu empfehle ich ein kleines Ritual:

  • Sich hinsetzen
  • 5 x bewusst atmen
  • Den Körper durchfühlen, von den Füßen beginnend nach oben – einfach wahrnehmen
  • Sich fragen:
  • Wie geht es mir gerade?
  • Wie denke ich darüber?
  • Was ist gerade los?
  • Wie denke ich darüber?

 

Wohin soll ich schreiben ?

Es bietet sich ein Notizbuch an, das ausschließlich für diesen Zweck reserviert ist, oder ein Kalender.

Für die, die es technisch lieben, kann man sich auch eine Excell-Tabelle anlegen oder sich eine App runterladen (ja, so was gibt es 😉 )

 

Wie soll ich schreiben ?

Am besten kurz und knapp. Stichworte genügen meist oder auch mit Symbolen.

Gefühlstagebuch

Wir wollen einen Überblick gewinnen und uns nicht im Wald von Wörtern verlieren. Und wir wollen, dass es auch wirklich gemacht wird.

Romane kosten Zeit und dann lässt man es nach zwei Tagen wieder liegen. Natürlich spricht auch nicht gegen ein ausführliches Tagebuch-Führen. Eines, bei dem man sich so alles aus und von der Seele schreibt und auch gerne so lange, bis der Verstand mal endlich alles gesagt hat und endlich Ruhe einkehrt. Oder auch eines, bei dem Herz und Verstand einen Dialog führen oder auch eines, bei dem verschiedene Persönlichkeitsanteile miteinander verhandeln oder ein Streitgespräch führen. All das ist wunderbar.

Bloß hier geht es um kurzes Notieren. Also alles geht, nur trenne es, damit der Überblick leicht fällt.

 

Welche Gefühle gibt es denn so ?

Unter uns, es gibt mehr Gefühle als „gut“ oder „schlecht“.

Hier mal eine Auswahl einer Gefühlspalette:

voll Energie—- energie- und kraftlos;  glücklich— unglücklich;  frei— eingesperrt;   entspannt— angespannt;   lustvoll—lustlos;  verbunden— distanziert;   voller Liebe—hassend;   lustig— ärgerlich;   freudig—traurig;   mutig—ängstlich;   ausgeglichen—wütend/zornig;   „alles im Griff“—überfordert;   beschützt—verletzt;   gut eingebunden—einsam;   romantisch—sachlich;   neugierig—mulmig;   klar—verwirrt;   wohlig—erschauernd; menschlich—erbärmlich;   aufgeregt—zittrig;   mutig—scheu, gedemütigt;   unschuldig—schuldig;                           auf gute Weise „gebraucht“— ausgenützt;   wahrgenommen—nicht wahrgenommen;    sicher —unsicher;   machtvoll—machtlos, ausgeliefert, unterdrückt;   selbstliebend—voll Selbstmitleid, voll Selbsthass;   stark—schwach;   vertrauend—misstrauisch;   Offen und frei —Schüchtern;   Entschieden—zwiespältig, zweifelnd, zögernd

So könnte ein Eintrag aussehen:

Montag, Vollmond in Fische, 2. Zyklustag; Wetter wechselhaft

9.00 mürrisch – Kollegin nervt, schon wieder Montag

13.00 heiter – nach Mittagessen

15.00 erleichtert – Feierabend in Reichweite

17.00 genervt – Einkaufen + Stau auf Heimweg

20.00 müde + ratlos – Innerer Monolog über mein Hamsterrad + Sinn des Ganzen

 

Welche Einflüsse spielen da mit ?

Unsere Gefühle fallen ja nicht vom Himmel, sondern sind eine Antwort auf Einflüsse/Ereignisse/Kräften, den wir ausgesetzt sind. Einige kommen von außen, andere von innen. Hier mal ein kleiner Überblick:

  • Trigger durch Verhalten anderer Menschen
  • Uhrzeiten; Hinweis auf Organuhr
  • Uhrzeiten; Hinweis auf eigenes Verhalten wie Essen oder andere Gewohnheiten/Süchteleien
  • Weiblicher Zyklus
  • Mond/Astrologie
  • Wetter

 

Wie lange führt man so ein Gefühlstagebuch ?

Ich empfehle, so ein Gefühlstagebuch mindestens 4 Wochen zu führen. Das entspricht einem Mondzyklus und wird Hinweise auf einflussnehmende Faktoren geben.

Natürlich kann man bereits nach einer und zwei Wochen mal Zwischenbilanz ziehen und seine Notizen darauf anpassen.

Bilanz ziehen bedeuted die Nuggets zu bergen:

Meistens bemerkt man bereits beim Notieren, welche Muster dahinter stecken. Diese Aha-Momente sind echt Gold wert.

Ein paar Fallbeispiele:

Paula ließ sich auf dieses Selbstreflektions-Experiment ein und erkannte, dass ihre Stimmungsschwankungen mit ihrem weiblichen Zyklus in Bezug stand. Sie schaute sich die Glaubenssätze, die dahinterstanden an und auch ein paar Kränkungen und löste diese auf. Zur Selbsthilfe verwand sie EFT und HealingCode. Jetzt sind ihre Stimmungsschwankungen vergessen. Und was noch wesentlicher ist: sie fühlt sich in ihrem Frau-Sein viel wohler.

Christa hatte auch immer wieder so „besondere Tage“, an denen so rein gar nichts klappte. Sie war dann völlig neben der Spur und schlicht ressourcenlos. Bislang konnte sie keinen Zusammenhang mit weiblichen Zyklus oder Vollmond oder auch Stress durch ihre Umgebung ausmachen. Als sie das Gefühlstagebuch über 2 Monate ausführlich und weitere 4 Monate reduziert führte, sprang ihr eine ganz wichtige Erkenntnis entgegen: Sie hat einen Konflikt mit dem Widderthema, mit ihrer männlich, kriegerischen Kraft. Denn immer an Widdertagen (nach dem Mondkalender) rutschte sie in diesen komischen Zustand. Nun wusste sie, was als nächstes anstand und an was sie arbeiten darf.

Lea´s Problem war wieder ganz anders. Jeden abend gegen 22.00 Uhr bekam sie Heißhunger auf Süßes. Fast zwanghaft durchsuchte sie ihre Vorräte nach Schoki, Keksen oder sonstigem, Hauptsache süß. Sie wurde total unruhig, ja regelrecht panisch, durchmischt mit Heulanfällen, wenn sie den Drang nach Süßen nicht stillte. Nach der Chinesischen Organuhr wird jedes Organsystem zu einer bestimmten Uhrzeit mit Energie durchflutet. Dann herrscht dort sozusagen Rushhour. 22.00 Uhr ist die Hauptzeit für den 3-fachen-Erwärmer, dem Meridian, der hauptsächlich die Schilddrüse mit Energie versorgt. Als Lea das erfuhr, sagte sie, dass sie seit Ewigkeiten mit der Schilddrüse zu tun hat und auch schon wegen Knoten operiert wurde. All das zeigte, dass es einen alten Konflikt in ihr gibt, der über die Schilddrüse ausagiert wird.  Wir haben uns für eine Hypnosesitzung entschieden, um dem Konflikt auf die Spur zu kommen und zu lösen. Es zeigte sich ein wahrlich uralter (karmischer) Ohnmachtskonflikt, in dem es Lea nicht gelang, Menschen die sie liebte, zu retten. In ihr waren Schreie der Ohnmacht regelrecht auskristallisiert gespeichert. Durch begleitende Energiearbeit konnte diese Erstarrung im System gelöst und transformiert werden. Auch die Schilddrüse regulierte sich wieder, wenn auch ganz langsam. Heute braucht sie keine Kekse mehr noch Schoki. Na ja, das was von Außen mal eben als Disziplinlosigkeit angesehen und abgetan wird, kann durchaus ein Ausdruck eines tiefliegenden Konflikt und Kompensation eines Traumas darstellen.

Birte machte sich ebenfalls dran, Gefühlstagebuch zu führen. Sie wusste nicht, was sie fühlt. Sie war mit ihrer Aufmerksamkeit immer bei anderen. Sie war eine echte Kümmererin. Stets bedacht, dafür zu sorgen, dass alle und jeder zufrieden ist. Wenn sie das geschafft hatte (was kaum vorkam), war sie für einen Moment zufrieden, um im nächsten Moment in sich zusammenzusinken vor Erschöpfung. Sie kannte ihre Bedürfnisse nicht. Sie kannt ihre Gefühle nicht. Nur eben diese Erschöpfung, die sie immer wieder ergriff. Als sie mit dem Gefühlstagebuch begann, dauerte es einige Zeit, bis sie sich daran gewöhnte, sich regelmäßig ein paar Minuten zurückzunehmen um innezuhalten und den Aufmerksamkeitsfokus von Aussen nach Innen zu lenken. Und es dauerte auch eine Weile, bis sie wahrnehmen konnte, welche Gefühle sie denn nun wirklich hatte. Doch mit der Zeit genoss sie ihre kleinen Auszeiten. Sie lernte Schritt für Schritt, dass auch sie Bedürfnisse hatte und lernte, sich auch mal um sich selbst zu kümmern.

 

Fazit

Wenn Du merkst, dass du irgendwie in einem Hamsterrad der Gefühle feststeckst aber noch nicht weißt, wie du da raus kommst, dann fehlt dir meist ein Stückchen an Information.

Ein Gefühlstagebuch kann dir helfen, dieses Informationsstückchen zu entdecken. Es wird dir dann den Weg weisen für deine nächsten Schritte. Schritte, die dich aus deinem Hamsterrad rausholen, hinein in freiere Bahnen und Wege.

Hier noch ein weiterer passender Artikel: Täglich grüßt das Murmeltier –

 

 

Viel Freude beim Entdecken deines Informationsstückchens und Bergen Deines Nuggets

Von Herzen, Valonia Judith Braun

 

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